Dauerausstellungen
Weg in die Tiefe
Ausstellung im Gewölbe des Ringofens
Am Beispiel des Schachtes „Hercules“ aus dem Jahr 1839 wird ein wichtiges Kapitel Bergbaugeschichte wieder mit Leben gefüllt: Der Übergang vom Stollen- zum Tiefbau markiert den Übergang vom ländlich geprägten Raum zum Industrierevier.
Auf ihrem Weg in die Tiefe mussten die Bergleute zahlreiche Hindernisse überwinden und Probleme lösen. Sie brauchten Licht und Luft, um Ihrer Arbeit in der Grube nachgehen zu können. Und nicht nur Kohle wurde aus dem Schacht gefördert, auch Wasser musste fortlaufend aus der Grube gepumpt werden.
Durch eine „Dunkelzone“ gelangen Besuchende in die unbekannte Untertagewelt. Modelle machen hier zum Beispiel deutlich, wie das verzweigte System der Frischluftzufuhr funktionierte und wie die ideale Anlage einer Zeche unter Tage aussah. Dem vielbesungenen „Licht in der Nacht“ ist ein eigener Bereich gewidmet. Diese und andere Themen werden an einem ungewöhnlichen Ausstellungsort behandelt: Nach der Stilllegung der Zeche wurde der Schacht mit einem Ziegelringofen überwölbt.
Ziegelei Dünkelberg
Ausstellung im Ringofen
Noch im letzten Jahr der Zechenschließung 1892 erwarb der Bauunternehmer Wilhelm Dünkelberg das heutige Museums-Gelände. An der Stelle der Zechenbauten um Schacht Hercules entstand zwischen 1897 und 1899 die heute noch geländebeherrschende Doppel-Ringofenanlage, in der jährlich bis zu elf Millionen Ziegel gebrannt werden konnten.
Ausgangsmaterial für die Ziegel war Schieferton, der im Ruhrtal unterhalb der Kohleflöze lagert. Die Ausstellung im östlichen Ringofen folgt dem Weg des Rohstoffs: Von der Gewinnung des Materials im Steinbruch über seine Verarbeitung bis zum Brennen im Ringofen und dem Verladen der Ziegel lernen die Besuchenden den Ziegler-Alltag bis in die 1960er Jahre kennen.
Im Inneren des Ringofens stehen Ziegel und Rohlinge gestapelt, Staub und Asche bedecken den Boden des Arbeitsplatzes. Beleuchtete Bilder und Zitate aus der Arbeitswelt der Ziegler:innen unterstützen die Raumwirkung des Denkmals. An der Rampe der Ruhrtalbahn wurden früher Ziegel und Sandstein verladen. In einem Bahnwaggon zeigt das Museum, wie dringend die Steine während der rasanten industriellen Entwicklung um 1900 im Ruhrgebiet gebraucht wurden.
Dampffördermaschine
Die Dampffördermaschine von 1887 gehört zu den ältesten Exemplaren des Ruhrbergbaus. Sie war zuletzt auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop im Einsatz, bevor sie ins Industriemuseum nach Witten kam. Die Werkstätten haben die Maschine mit Hilfe eines Elektromotors wieder funktionstüchtig gemacht. Vorführungen finden regelmäßig statt. Die Termine finden Sie bei den Veranstaltungen.
Kohlenschifffahrt auf der Ruhr
Ruhrnachen und Wasserspielplatz
Ein wichtiger Standortfaktor für die Zeche Nachtigall war die Ruhrschifffahrt. Nach der Schiffbarmachung im Jahre 1780 entwickelte sich der Fluss zum wichtigsten Transportweg für Steinkohle. Im Mittelpunkt der Ausstellungslandschaft steht der rekonstruierte Ruhrnachen „Ludwig Henz". Das über 35 Meter lange und fünf Meter breite Schiff entstand zwischen 1999 und 2002 im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme für arbeitslose Jugendliche und erinnert mit seinem Namen an einen Hattinger Wasserbaumeister, der sich um 1840 intensiv mit der Verkehrsentwicklung des Ruhrtals auseinandersetzte.
Auf dem Schiff geht es um die Kohlenschifffahrt zwischen Witten und Ruhrort: Wie sah die Ruhr damals aus? Mit welchen Schwierigkeiten hatten die Schiffer zu kämpfen? Thema auf dem Schiffbauplatz ist der historische Schiffbau an der Ruhr, aber auch der Nachbau für das Museum.
In der Kohlenniederlage, einem nachempfundenen typischen Lagerplatz am Fluss, geht es um den Kohlenhandel. Die Geschichte des Flusses nimmt einen breiten Raum ein. So kann die Frage „Was geschah bei der Schiffbarmachung?" nicht nur am Modell erprobt werden: Ein Wasserspielplatz lädt Kinder zum Experimentieren ein.
Mit dem Einzug der ersten Eisenbahnen ins Ruhrtal bekam die Kohlenschifffahrt Konkurrenz. Als die Zeche Nachtigall 1849 die Verbindung zum Schienennetz herstellte, hatte der Fluss als Absatzweg seine Bedeutung verloren. Knapp 40 Jahre später wurde die Schifffahrt eingestellt. Wie bescheiden die Anfänge der Eisenbahnen aussahen, zeigt die Rekonstruktion von zwei Wagen der 1829 gebauten Muttentalbahn.
Zeche Eimerweise
Kleinzechen im Ruhrgebiet
An die Kleinzechen des Ruhrgebiets erinnert die Ausstellung „Zeche Eimerweise“. Entstanden in der Not der Nachkriegsjahre, waren von 1945 bis 1976 über 1000 Klein- und Kleinstzechen zwischen Dortmund und Essen in Betrieb, etliche davon auf Wittener Gebiet. Die funktionstüchtigen Nachbauten auf dem Museumsgelände veranschaulichen zusammen mit Fotos und Dokumenten die Betriebsweise solcher Kleinbetriebe.
Bergleute und Unternehmer:innen kommen in der Ausstellung selbst zu Wort, sie berichten von der einfachen Technik, der Verwaltung und der schweren Arbeit auf den Kleinzechen. Anhand der leicht überschaubaren Anlagen begreifen auch „Bergfremde“, wie ein Bergwerk funktionierte.