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Aufgrund der Corona-Schutzverordnung ist das Museum vom 2. bis 30. November 2020 geschlossen. Mehr Informationen in der Pressemitteilung des LWL.

Ausstellungsarchiv

Übersicht der vergangenen Sonderausstellungen

Papierwelten

Kartonmodellbau gestern und heute

17.5.-22.12.2020

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Oldtimer asu Papier gefaltet

Raubbau

Rohstoffgewinnung weltweit

5.5.-15.12.2019

Der Bedarf der Menschheit an Rohstoffen ist gewaltig. Kobalt, Coltan, Lithium, Mangan, Kupfer – ohne sie gibt es weder Smartphones noch Elektroautos, Stahl oder Stromkabel. Viele der mineralischen Rohstoffe stammen aus unkontrolliertem Kleinbergbau. Weltweit arbeiten über 80 Millionen Menschen dort unter oft katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen. Bilder und Berichte veranschaulichen die aktuelle Situation. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Alternativen zum Raubbau auf.

Vor über zweihundert Jahren waren im Ruhrbergbau schnelle Gewinne durch einen unvollständigen und unsachgemäßen Abbau einer Kohlenlagerstätte üblich. Mit den Worten „Jeder thut was er will“ kritisierte Oberbergrat Friedrich Wilhelm Graf von Reden den Raubbau. Der aus dem Bergbau stammende Begriff beschreibt ein Verfahren, das auf kurzfristige Gewinnmaximierung abzielt. Heute meint Raubbau die Übernutzung von endlichen Ressourcen, die im Groß- und Kleinbergbau gewonnen werden sowie umwelt- und gesundheitsgefährdende Abbauweisen. Diesen Raubbau rückt die Ausstellung in den Fokus. Vom Kleinbergbau nach Zinn im Kongo, von jungen Goldschlammtauchern auf den Philippinen, von der Sandgewinnung am Victoriasee in Uganda oder dem Lithiumabbau in Chile und Bolivien – Fotografien von weltweiten Abbaugebieten zeigen den Raubbau bei der Rohstoffgewinnung.

Fabrik. Denkmal. Forum

40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha

21.7. - 27.10.2019

Das Gelände der Zeche Nachtigall wurde in den letzten 300 Jahren äußerst vielfältig genutzt: unter anderem als Tiefbauzeche, Ziegelei, Sandsteinbruch und Maschinenfabrik. Nachdem 1963 der Ziegelei-Betrieb und später auch der Sandsteinabbau eingestellt wurden, siedelten sich Kleinbetriebe auf der Zeche Nachtigall an. Zuletzt nutzte eine Autoverwertung Gebäude und Gelände. 1979 beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Zeche Nachtigall als einen der drei Bergbau-Standorte eines Industriemuseums zu erhalten. Nach Jahren intensiver Spurensuche und Spurensicherung feierte der Landschaftsverband 2003 die Eröffnung.

Katalog

Fabrik. Denkmal. Forum

40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha. Hg. LWL-Industriemuseum, Dirk Zache. Dt./Engl. 116 Seiten, Klartext Verlag, Essen 2019, ISBN 978-3-8375-2116-0, Preis: 14,95 Euro

Katalog-Cover

Von Kohle gezeichnet - Frauen im Bergbau

Fotografien von Dariusz Kantor

4.3.2018 - 6.1.2019

Ende 2018 endet die Steinkohlenförderung in Deutschland. Längst Geschichte ist hierzulande die Arbeit von Frauen im Bergbau an. Anders in Oberschlesien: Immer noch sind dort Frauen in der mechanischen Kohlenaufbereitung beschäftigt.

Der deutsch-polnische Fotokünstler Dariusz Kantor hat ihre Schwerstarbeit in den Jahren 2002 bis 2004 auf zwölf oberschlesischen Zechen dokumentiert. Doch auch im polnischen Kohlenrevier hat die Zeitenwende längst begonnen - fünf der von Kantor besuchten Bergwerke sind inzwischen geschlossen.

Frauen in den Bergwerken Oberschlesiens waren und sind meist in der Kohlenwäsche oder Sieberei tätig, bedienen dort die Maschinen und sorgen für den einwandfreien Betrieb der Förderbänder. Das Hantieren mit schweren Brechstangen, Aufklauben von Steinbrocken und Freischaufeln der Förderbänder in der staubgesättigten Luft gehören zu ihrem Arbeitsalltag.

Während in der sozialistischen Gesellschaft der 1960er Jahre die Frauen als angesehene Facharbeiterinnen für mechanische Kohlenaufbereitung angestellt waren, arbeiten sie bis heute meist als ungelernte Helferinnen für wenig Geld. Der karge Lohn dient den Meisten als Zubrot zur Aufbesserung des geringen Familieneinkommens. Trotz der großen Härte der Arbeit sind viele der Frauen angesichts hoher Arbeitslosigkeit in der Region froh über diese Verdienstmöglichkeit.

Katalog

Dariusz Kantor: Von Kohle gezeichnet

Węglem znaczone. Hg. vom Oberschlesischen Landesmuseum Ratingen, Ratingen 2006. 63 Seiten, zweisprachig dt./ pln., 29,80 Euro.

Fotografie Frau mit Staubmaske. Sie arbeitete 2002 in der inzwischen stillgelegten Zeche Makoszowy in Zabrze. Foto: Dariusz Kantor

Ansichten zum Alter

Fotografien von Andreas Vincke

22.10.2017 - 19.2.2018

Auch wenn sich das Bild des Alterns in der Gesellschaft langsam wandelt, sind die Ansichten zum Alter noch von zahlreichen Stereotypen geprägt. Als Fotokünstler und als Leiter des „Altenzentrums am Schwesternpark Feierabendhäuser“ der Diakonie Ruhr in Witten zeigt Andreas Vincke mit seinen Fotografien, wie facettenreich das Thema ist.

Er porträtierte in der Öffentlichkeit stehende Personen von Wolfgang Niedecken über Margot Käßmann bis Franz Müntefering mit ihren ganz persönlichen „Ansichten zum Alter“.

Für sein Ausstellungsprojekt interviewte er über 40 Personen und ließ sie anschließend auf einem kleinen Tablet in wenigen Worten ihre Ansicht zum Alter formulieren.

Dampfzeit

Als die Loks noch rauchten

3.9.2016 –1.10.2017

1977 endete der Einsatz von Dampflokomotiven bei der Deutschen Bundesbahn. Die Faszination für die majestätischen Schienenfahrzeuge ist bis heute geblieben. In den 39 Schwarz-Weiß-Fotografien von Thomas Pflaum und Gerd Lübbering wird der Dampflok-Betrieb des vergangen Jahrhunderts wieder lebendig.

Als ein Symbol der industriellen Revolution gingen Dampflokomotiven in die Geschichte ein. Mehr als 140 Jahre lang zogen die majestätischen Schienenfahrzeuge schwer beladene Güterzüge oder beförderten Passagiere an ihr Reiseziel. Noch 1970, zur Zeit der Hochkonjunktur, unterhielt die Deutsche Bundesbahn (DB) über 1.600 Dampfloks.

Bis heute übt die Welt der Dampfgiganten mit ihren unverwechselbaren Klängen, Gerüchen und Betriebsabläufen eine besondere Faszination aus. Eine Anziehungskraft, die auch Gerd Lübbering und Thomas Pflaum bereits in früher Jugend in ihren Bann zog. Zwischen 1968 und 1977 gingen die beiden Schulfreunde mit ihren Kleinbildkameras – Contaflex, Leicaflex und Nikon – auf Reisen zu den letzten Dampflokomotiven Deutschlands und Österreichs.  

Mehrere Tausend Schwarz-Weiß-Negative entstanden in dieser Zeit. Vier Jahrzehnte schlummerten diese fotografischen Schätze in Kisten, bevor sie von Lübbering und Pflaum wiederentdeckt und digitalisiert wurden. Mit modernen Bildbearbeitungsmethoden entlockten sie den historischen Aufnahmen zudem bis dahin verborgene Details.

Schwarzes Porzellan

Kohlekeramik aus Bochum

6.9.2015 – 22.12.2016

Bei Steinkohle denken viele an Fördertürme, Bergleute und ihre harte Arbeit unter Tage. Dass aus dem Gold der Ruhr auch Kunst entstehen kann, beweist die Ausstellung mit mehr als 130 Objekten aus der Sammlung von Dr. Jürgen Huesmann.

In der Kohlekeramischen Anstalt auf der Zeche Hannover in Bochum – heute ebenfalls Standort des LWL-Industriemuseums – wurden zwischen 1947 und 1967 Kunstgewerbeartikel aus gepresstem Kohlenstaub produziert. Die seinerzeit weit verbreiteten Medaillen und Plaketten wurden von Bergbau und Industrie, aber auch von Sportverbänden und Kirchen, Städten und Gemeinden in Auftrag gegeben. Selbst Gebrauchsgegenstände wie Spardosen, Zifferblätter für Uhren, Feuerzeuge und Aschenbecher stellte der Betrieb her.

Im Fokus der Ausstellung steht die Sammlung Dr. Jürgen Huesmann. 1500 Objekte aus Kohlekeramik hat der Dortmunder in den vergangenen drei Jahrzehnten zusammengetragen. Mit einer Auswahl von über 130 Objekten gibt die Schau „Schwarzes Porzellan“ einen exklusiven Einblick in die eindrucksvolle Vielfalt kohlekeramischer Erzeugnisse.

Unter den Exponaten befinden sich Medaillen bedeutender Fußballvereine wie Borussia Dortmund oder Schalke 04. Aber auch eine Plakette zur ersten Kundgebung europäischer Bergarbeiter 1964 in Dortmund. Daneben zeigen Fotografien Szenen aus dem Alltag des Bochumer Betriebes.